Tagesgeldkonto statt Sparbuch?
Kann man ein Tagesgeldkonto als Ersatz für das klassische Sparbuch nutzen? Vieles spricht eindeutig dafür, doch gibt es auch Punkte die gegen die Nutzung eines Tagesgeldkontos sprechen? Zunächst einmal ähneln sich diese beiden Formen der Geldanlage sehr. In beiden Fällen ist die Anlage sehr sicher, ein Verlust ist bei einem Tagesgeldkonto ebenso unwahrscheinlich wie bei einem Sparbuch, in Punkto Sicherheit spricht also nichts gegen das Tagesgeld als Ersatz zum Sparbuch.
Der wohl wichtigste Punkt ist jedoch die erzielbare Rendite und hier liegt das Tagesgeldkonto weit vorne. Während es nach wie vor viele Sparbücher gibt, die erst ab relativ hohen Anlagesummen Zinsen von zwei Prozent oder mehr ermöglichen und bei geringeren Summen oftmals nicht einmal die Ein-Prozent-Hürde übersteigen können, sind mit einem Tagesgeldkonto derzeit mehr als vier Prozent Zinsen im Jahr möglich und dies bereits ab dem ersten Euro. Also selbst wenn nur einige hundert Euro angelegt werden sollen, kann hierfür ein Tagesgeldkonto genutzt und eine Rendite von mehr als vier Prozent erzielt werden. Viele Tagesgeldkonten deckeln jedoch die Höhe der Anlagesumme. Zwar ist es natürlich möglich unbegrenzt hohe Beträge auf dem Tagesgeldkonto aufzubewahren, der höchste Zinssatz wird bei den meisten Konten aber nur bis zu einer gewissen Anlagehöhe gezahlt, Gelder darüber hinaus werden dann nur noch zu einem niedrigeren Satz verzinst. Solche Begrenzungen bewegen sich in Höhen zwischen 20.000 und 500.000 Euro, sind also recht hoch und betreffen wahrscheinlich nur die wenigsten Anleger. Ein weiterer Vorteil vieler Tagesgeldkonten ist der Zeitpunkt der Zinszahlung. Während bei einem Sparbuch die Zinsen immer am Ende eines Jahres gutgeschrieben werden, zahlen viele Banken die Zinsen auf das Tagesgeld quartalsweise oder sogar monatlich, wodurch die Zinserträge natürlich früher verfügbar sind und ihrerseits im Laufe des Jahres selbst Zinsen erwirtschaften können. Daher fällt die tatsächliche Rendite eines Tagesgeldkontos mit monatlicher Zinsgutschrift auch noch etwas höher aus als es der gebotene Zinssatz angibt.
In Punkto Rendite liegt das Tagesgeld also weit vor dem Sparbuch und spricht ganz klar für die Nutzung von Tagesgeldkonten.
Bleibt zuletzt noch die Frage nach der Verfügbarkeit. Sowohl bei der Nutzung eines Sparbuchs als auch beim Tagesgeld, ist es dem Anleger meist wichtig im Bedarfsfall möglichst schnell auf das Angelegte zugreifen zu können. Beide Anlageformen versprechen im Prinzip einen täglichen Zugriff auf die Anlage, jedoch gibt es in beiden Fällen Beschränkungen. Beim Tagesgeld fällt ins Gewicht dass in der Regel keine direkte Auszahlung am Bankschalter möglich ist. Vielmehr können Auszahlungen nur mittels Überweisung auf das zuvor festgelegte Referenzkonto, für gewöhnlich das eigene Girokonto, getätigt werden. Da eine solche Überweisung, genauso wie zwischen zwei Girokonten, mindestens ein bis zwei Werktage dauert, muss auch diese Zeitspanne bei einer Abhebung eingeplant werden. Ein sofortiger Zugriff noch am Tag der Überweisung ist daher meist nicht möglich. Genau dies ermöglicht dagegen das Sparbuch, bei dem der Kunde an jedem Geschäftstag am Bankschalter, oder im Falle einer Sparcard am Geldautomaten, Geld abheben kann. Dafür beschränken viele Sparbücher die Abhebungen durch Limits, die nur eine gewisse Summe an Abhebungen innerhalb eines festgelegten Zeitraums erlauben. So kann es in manchen Fällen dazu kommen dass das Ersparte auf einem Sparbuch nicht auf einmal in voller Höhe abgehoben werden kann, eine Begrenzung die es bei Tagesgeldkonten nicht gibt.
Bei einem direkten Vergleich zwischen Tagesgeld und Sparbuch gewinnt eindeutig das Tagesgeld. Ein Tagesgeldkonto ist in Punkto Sicherheit und Flexibilität mit einem Sparbuch ebenbürtig, punktet jedoch durch eine wesentlich höhere Rendite. Nun bleibt es eigentlich nur noch einen Tagesgeld Vergleich anzustellen und das für die eigenen Bedürfnisse optimale Tagesgeldkonto zu finden.
