Tagesgeld oder Festgeld?

Tagesgeld oder Festgeld?

Ein Tagesgeldkonto oder ein Festgeldkonto?

Die Zinsen steigen und haben längst ein interessantes Zinsniveau erreicht, sowohl die Zinsen auf Tagesgeld als auch die Festgeldzinsen erreichen Höhen weit über vier Prozent und teilweise sogar deutlich über fünf Prozent – doch welche Form der Geldanlage sollte man nutzen, eher ein Tagesgeldkonto oder doch ein Festgeldkonto und wenn es das Festgeld wird, welche Anlagedauer ist die richtige? Um es gleich vorweg zu nehmen, eine einfache Antwort für eine der beiden Möglichkeiten gibt es nicht und auch für die Länge der Festgeldanlage gibt es eine solche Antwort nicht, doch es gibt Kriterien und Richtwerte, nach denen man seine Entscheidung treffen kann.

Ist Festgeld für mich überhaupt geeignet?

Das hängt davon ab, ob man auf das anzulegende Kapital im Laufe der Anlage tatsächlich verzichten kann. Einen Verlust muss man bei einer Festgeldanlage nicht befürchten, doch wie es der Name schon andeutet, liegt das angelegte Geld für die Dauer der Anlage fest, ein vorzeitiger Ausstieg ist wenn überhaupt nur gegen unangenehme Gebühren möglich. Dazu kommt dass sich eine Festgeldanlage erst ab einer Anlagedauer von wenigstens 12 Monaten wirklich lohnt, man muss sich also sicher sein dass man das anzulegende Geld während dieser Zeit nicht für Konsum oder unerwartete Rechnungen benötigen wird. Ist man sich hier nicht sicher, sollte man von vornherein eher zunächst eine Tagesgeldanlage in Betracht ziehen, da hier der tägliche Zugriff auf das gesamte Guthaben des Tagesgeldkontos möglich ist.

Wo gibt es die höheren Zinsen?

Die Zinsen für Tagesgeld und einer einjährigen Festgeldanlage bewegen sich derzeit auf einem sehr ähnlichen Niveau, aus Sicht der eher kurzfristigen Rendite bieten daher beide Anlageformen ähnliche Möglichkeiten. Neben der Verfügbarkeit ist jedoch die Zinssicherheit und Kontinuität ein wichtiger Unterschied zwischen Tagesgeld und Festgeld. Während bei einer Anlage in Festgeld die Höhe der Zinsen bereits zu Beginn für die gesamte Anlagedauer feststeht, können die Tagesgeldzinsen mitunter stark variieren. Zwar gewähren viele Banken neuen Kunden eine Zinsgarantie für die ersten Monate, danach kann die Bank die Tagesgeldzinsen jedoch jederzeit an das aktuelle Marktumfeld anpassen, sowohl nach oben als auch nach unten. Da sich die Zinsen auf Tagesgeld und Festgeld an den Leitzinsen der EZB orientieren, kann man bei einer Tagesgeldanlage von steigenden Leitzinsen profitieren, muss jedoch bei sinkenden Leitzinsen auch mit einer Absenkung des eigenen Tagesgeldzinses rechnen. Bei einer Anlage in Festgeld kann man nicht von derartigen Zinssteigerungen profitieren, muss aber auch keine Absenkung der Zinsen während der Laufzeit befürchten.

Tagesgeld oder Festgeld?

Derzeit ist eher mit weiter steigenden Zinsen zu rechnen, weshalb eine Anlage in Tagesgeld sicher keine schlechte Entscheidung ist, auch weil man sich die Möglichkeit eines jederzeitigen Zugriffs auf das Kapital erhält und somit in der Lage ist, zu jeder Zeit die Bank und das Tagesgeldkonto wechseln zu können um auf diese Weise von besseren Tagesgeld Angeboten zu profitieren. Jedoch macht es auch durchaus Sinn beide Anlageformen zu kombinieren. Teilt man seine Rücklagen auf beide Anlageformen auf, so kann man teilweise von steigenden Zinsen profitieren, sichert gleichzeitig aber einen Teil seiner Anlage gegen sinkende Zinsen ab und kann auch jederzeit auf einen Teil seines Kapitals zugreifen – wie so oft ist eine Mischung aus beidem wohl die beste Wahl.