Leitzinsanhebung der EZB
03.07.2008
Nachdem ein solcher Schritt bereits seit einiger Zeit von allen Seiten erwartet wurde, hob die EZB am 03.07.2008 die Leitzinsen für die Eurozone um 0,25 Prozent auf nun 4,25 Prozent an, dies war der erste Zinsschritt der Europäischen Zentralbank seit mehr als einem Jahr. Nötig wurde dieser Schritt durch die weiter steigende Inflationsrate im europäischen Wirtschaftsraum, welche zuletzt Werte um vier Prozent angenommen hatte. Ein größerer Schritt war aufgrund der sich eintrübenden Konjunktur jedoch nicht möglich und auch dieser Schritt wurde im Vorfeld aus eben diesem Grund bereits vielfach kritisiert.
Anders als andere Notenbanken der Welt, sieht sich die Europäische Zentralbank jedoch nicht als Steigbügelhalter der wirtschaftlichen Entwicklung, sondern ihre Aufgabe in erster Linie in der Schaffung von Preisstabilität. In der Satzung der EZB wird als Ziel daher auch eine Inflationsrate von zwei Prozent genannt, die aktuell jedoch gut doppelt so hoch ausfällt und daher ein Eingreifen der Zentralbank geradezu unumgänglich macht. Hinzu kommt dass so genannte Zweitrundeneffekte die Preissteigerung in den nächsten Monaten und vielleicht sogar Jahren noch weiter anheizen könnte. Zweitrundeneffekte sind zum Beispiel zu hohe Lohnsteigerungen bei den nächsten Tarifverhandlungen, welche eigentlich den Preisanstieg ausgleichen sollen, im Nachhinein jedoch durch steigende Produktionskosten die Preise für Waren weiter verteuern würden.
Letztendlich kann man wohl sagen, dass dieser Schritt der EZB keine schlechte Entscheidung war. Die Anhebung der Leitzinsen ist gering genug ausgefallen um einen zu argen negativen Einfluss auf die wirtschaftliche Entwicklung zu vermeiden, zeigt den Märkten aber dennoch dass die EZB auch in einem schwierigen Umfeld gewillt ist, gegen eine steigende Inflationsgefahr vorzugehen. Nun werden die nächsten Monate zeigen ob diese Leitzinserhöhung in der Lage sein wird, weitere Preissteigerungen abzudämpfen ohne dem ohnehin schwächer werdenden Wirtschaftswachstum zusätzlich zu schaden.
